Login OnlineBanking
Spezielle Gerätschaften und Schutzausrüstungen für Imker

Spezielle Gerätschaften und Schutzausrüstungen, deren Anschaffung durch die VR-Bank Ludwigsburg mitfinanziert ist, ermöglichen dem Bezirksimkerverein Vaihingen die Bekämpfung der schädlichen Hornissen-Art. Im Bild (von links nach rechts) die Mitglieder des Velutina-Teams Heiko Bachmann, Christiane Bachmann und Csaba Elekes in ihren Schutzanzügen.

14.05.2026

VR-Bank Ludwigsburg unterstützt Imkerverein bei Bekämpfung der Asiatischen Hornisse

Die eingeschleppte Asiatische Hornisse breitet sich immer weiter aus, auch im Landkreis Ludwigsburg. Der Bezirksimkerverein Vaihingen hat eine Initiative gestartet, die gefährdete Biodiversität an Insekten und insbesondere die Honigbiene durch Bekämpfung der Vespa Velutina, so der lateinische Name, zu schützen. Die VR-Bank Ludwigsburg unterstützt das Imker-Projekt mit einer Spende.

Die schädliche Asiatische Hornisse ist eine aus Südostasien eingeschleppte Hornissenart, die sich seit 2004 von Frankreich her rasant ausbreitet. Nachdem die Vespa Velutina 2014 erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen wurde, ist sie längst auch im Landkreis Ludwigsburg angekommen. Sie beeinträchtigt die Biodiversität, da sie nahezu alle Arten von Insekten frisst. Auch der Obst- und Weinbau ist betroffen, da die reifen Früchte angefressen werden und dadurch verderben.

Bienenstöcke sind sehr gefährdet

Wenn ab Ende August das natürliche Angebot von Schmetterlingen, Wildbienen und Fliegen kleiner wird, werden verstärkt Bienenstöcke angeflogen. „Im Raum Horrheim/Hohenhaslach wurden im Spätsommer 2025 mehrere Bienenstände intensiv attackiert“, sagt German Thüry, Vorsitzender des Bezirksimkervereins Vaihingen. „Besserung erfolgte erst, nachdem etliche in der unmittelbaren Umgebung gefundenen Hornissen-Nester beseitigt wurden.“

Im Vergleich zur streng geschützten Europäischen Hornisse unterscheidet sich die Asiatische Hornisse durch viel mehr Tiere pro Volk, weist ein erfolgreicheres Jagdverhalten sowie eine aggressivere Nestverteidigung auf und hat eine deutlich höhere Vermehrungsrate.

Ausbreitung wird durch EU-Verordnung indirekt befördert

Bis zum Frühjahr 2025 galt eine behördliche Beseitigungspflicht von gefunden Nestern. Durch Umstufung der eingeschleppten Hornissen-Art durch eine Verordnung der EU obliegt es seit März 2025 dem jeweiligen Grundstückseigentümer, auf eigene Kosten ein Nest entfernen zu lassen oder eben auch nicht. „Die Änderung der Kostentragungspflicht begünstigt massiv die weitere Ausbreitung“, so Thüry weiter.

Die sogenannten Primärnester der Asiatischen Hornisse hängen bis ungefähr Juni meist bodennah oder in geringer Höhe - bis etwa zwei Meter - in Büschen, Gartenschuppen oder auch in Kinderspielhäuser. Ab Juli ziehen sie dann in der Regel in sogenannte Sekundärnester um, die in höheren Bäumen bis in etwa 30 Metern Höhe hängen und sehr groß werden können. „Es ist wichtig, dass diese Nester entfernt werden, damit nicht weitere Jungköniginnen schlüpfen können, die im Folgejahr für eine weitere Ausbreitung der gebietsfremden Art sorgen“, so der Vorsitzende des Bezirksimkervereins weiter. In dessen Vereinsgebiet, das die Gemarkungen von Vaihingen, Sachsenheim, Sersheim, Oberriexingen sowie Eberdingen umfasst, wurden 2025 elf Nester gefunden. „Die Dunkelziffer liegt aber um ein Vielfaches höher“, ist sich der Thüry sicher.

Imkerverein lässt Nestentferner schulen

Der Bezirksimkerverein Vaihingen will die ungezügelte Ausbreitung der Vespa Velutina nicht so einfach hinnehmen. Daher haben sich bisher insgesamt sieben Imkerinnen und Imker des Vereins von der an der Universität Hohenheim ansässigen Landesanstalt für Bienenkunde zu Nestentfernern schulen lassen. Sie sind ehrenamtlich bereit, ab diesem Jahr Nester zu entfernen. Zudem hat der Imkerverein einen Informations-Flyer entwickelt, der dazu beitragen soll, „ein breites Netzwerk zu errichten, der unseren Verein frühzeitig bei der Suche und Identifizierung der Asiatischen Hornisse unterstützt”, erläutert Thüry.

VR-Bank leistet Beitrag zum Erhalt der Biodiversität

„Noch fehlen staatliche Mittel, um unsere Mitglieder mit der notwendigen persönlichen Schutzausrüstung sowie dem Equipment zur Beseitigung von - zunächst - Primärnestern auszustatten. Daher freuen wir uns sehr, dass uns die VR-Bank Ludwigsburg mit einer 3000-Euro-Spende bei der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung unterstützt“, sagt German Thüry. „Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung für unsere Region. Deshalb leisten wir gerne einen Beitrag, um gemeinsam etwas zum Erhalt der Biodiversität und der Sicherung der Bestäubungsleistung unserer Honigbienen im Landkreis Ludwigsburg zu unternehmen“, sagt Timm Häberle, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Ludwigsburg.

Die lange Lanze zur Nestbekämpfung reicht weit nach oben.

Die lange Lanze zur Nestbekämpfung reicht weit nach oben.

Ein einfach herzustellender Locktopf dient dem Monitoring. Das Foto zeigt eine heimische Hornisse.

Ein einfach herzustellender Locktopf dient dem Monitoring. Das Foto zeigt eine heimische Hornisse.